Staph. aureus GTB

Staphylococcus aureus ist ein in der Schweiz sehr weiter verbreitetes Bakterium in Milchviehherden. Dieser Euterkeim führt in vielen Fällen zu chronisch hoher Zellzahl. Ein weiteres Problem ist, dass der Keim mit herkömmlichen Labortest selten gefunden wird, da er nicht immer in der Milch ausgeschieden wird. Mit unserem hoch sensiblen Test finden wir den Keim sicher in einer Tankmilch von bis zu 130 Milchkühen!

Der ansteckenden Staph. aureus

Besonders gefährlich von der Staph. aureus Familie ist der Genotyp B (GTB). Im Gegensatz zum normalen Staph. aureus wird der Staph. aureus GTB durch Kontakt von Kuh zu Kuh übertragen. Eine Studie 2014 zeigte auf, dass die Anzahl betroffener Kühe innert Jahresfrist von 10 auf 30 Prozent gestiegen ist! Die gleiche Studie sagt aus, dass wenn 2 von 10 Herden vor der Alpung mit Staph. aureus GTB infiziert waren, es nach der Alpung bereits 5 von 10 Herden sind. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Schäden und der raschen Verbreitung müssen Herden mit Staph. aureus GTB infizierten Tieren saniert werden.

Bakterien finden in einer Tankmilch bis zu 130 Kühen!

Zuerst wird die Tankmilch untersucht. Erst wenn diese positiv ist, müssen die Einzeltiere untersucht werden. So können hohe Kosten vermieden und ein wirksames Monitoring aufgebaut werden. Wir empfehlen bei Staph. aureus GTB freien Herden mindestens 1x Jährlich die Tankmilch sowie die Milch aller zugekauften und selber aufgezogenen Tiere zu untersuchen.

Sanierung einer Herde

Eins vorweggenommen. Unsere Melkberater haben bereits über 30 Betriebe erfolgreich saniert. Die Sanierung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Bestandestierarzt und im Schnitt mussten weniger wie 5% der Tiere ausgemerzt werden. Die hohe Erfolgsrate ist interessant, da man die Eigenschaft von Staph. aureus kennt, dass er sich abkapselt und mit Antibiotika nicht zu erreichen ist.

Agroscope legte den Grundstein

Das Staph. aureus GTB nicht immer in der Milch ausgeschieden wird, ist ein Problem für die Identifikation der Infizierten Kühe. Die Agroscope forschte nach einer Lösung für das Problem und fand auch eine. Bei der neuen Methodik mittels qPCR wird nach der Erbsubstanz des Bakteriums gesucht. Dieses  Staph. aureus GTB- Erbgut ist bei infizierten Kühen immer vorhanden. Nachdem die Methode entwickelt wurde, durften wir als erstes Labor im Jahr 2015 den Test einführen.